Die Deutsche Bahn AG will die Strecke zwischen Hanau und Fulda schneller und leistungsfähiger machen. Zwei Planvarianten stehen momentan zur Diskussion:

  • Der Ausbau der bereits bestehenden Strecken durch das Kinzigtal und Aschaffenburg

  • und eine Neubaustrecke durch den Nordspessart.

Wir fordern eine gerechte und ehrliche Planung!

Argumente gegen eine Nordspessart-Trasse

Eine Nordspessart-Trasse bedeutet die unwiederbringliche
Landschaftszerstörung in Naturschutzgebieten (FFH-Gebiete).

Bedroht wird dadurch der Lebensraum vieler seltener Tiere und Pflanzen.
Ebenso gefährdet sind natürliche Heilquellen und das Grundwasservorkommen –
dadurch wird auch die Lebensqualität der Bewohner gemindert.

Als beliebtes Naherholungsgebiet verliert die Region damit ihre Attraktivität.

Schallemissionen der Züge, insbesondere bei Nacht, gefährden die Gesundheit der
Bewohner.

Ein wirtschaftlicher Vorteil der Nordspessart-Trasse ist nicht gegeben (höhere Kosten durch Neuerschließung, längere Fahrtzeit durch die längere Strecke).

Die geplante Anbindung der Nordspessart-Trasse an die Strecke Fulda – Würzburg
führt zu einem verstärkten Engpass im Landrücken-Tunnel (nur zweigleisig, einröhrig
und mit 11 km der längste Tunnel Deutschlands). Das bringt keinen Nutzen für das
bundesweite Streckennetz.

Der Bau einer Bahnstrecke durch den nördlichen Spessart wäre für alle Lebensbereiche dieser
Region eine Katastrophe, ohne dabei andere Regionen zu entlasten.


Argumente für den Ausbau bestehender Bahnstrecken

Die Nordspessart-Trasse trägt in keiner Weise zu einer Entlastung der Verkehrssituation
im Kinzigtal bei. Im Gegenteil: Dafür mehr Güterverkehr.

Durch den Bau einer neuen Strecke im Nordspessart verliert Aschaffenburg seine ICE-
Haltestelle. Der Wirtschaftsstandort Aschaffenburg und Untermain wird dadurch
erheblich geschwächt. Die umgeleiteten Züge erhöhen das Verkehrsaufkommen auf der
Strecke Hanau – Wächtersbach.

Eine Nordspessart-Trasse bringt keine Verbesserung für die 30.000 Pendler, die jeden
Tag die Bahnstrecke im Kinzigtal benutzen – eine Modernisierung wird dann hier aus
finanziellen Gründen sicher nicht mehr stattfinden.

Durch den erheblichen Umweg, den die geplante Nordspessart-
Trasse zu der bestehenden Streckenführung bilden würde,
verlängert sich die Fahrtzeit der Strecken Frankfurt – Fulda und Frankfurt – Würzburg.

Die einst geplante Fahrtzeitreduzierung durch eine erhöhte Geschwindigkeit von
300 km/h für ICE-Züge ist durch die Neufestlegung der Höchstgeschwindigkeit von
250 km/h obsolet geworden.

Das Kosten-/Nutzenverhältnis spricht klar für einen Ausbau im
Kinzigtal und zwischen Hanau und Lohr am Main.